Gunter Froschkönig

Seine Eltern waren zum einen seine Mutter, zum anderen sein Vater. Klein kam er auf die Welt und mittelgroß ist er gewachsen, mit seinen erbärmlichen eins siebzig. Alles passt, er hat die richtige Anzahl an Zehen und Fingern und auch der Penis sitzt dort, wo er allgemein erwartet wird. Als Kind wurde ihm regelmäßig schlecht, aber das hat sich mittlerweile gelegt. Das lag wohl an dem vielen Mäusekot in seinem Kinderzimmer, er war leidenschaftlicher Sammler.

Einst hat er sein Glied in eine Nachbarin getan, dadurch wurde er Vater von drei Söhnen: Arlberg, Schrotflint und Wurmsack. Seitdem wohnt er mit seiner Familie nicht mehr im Elternhaus, sondern in einem eigens erbauten Turm am Land. Seine nunmehrige Frau Stöhne Froschkönig versuchte schon mehrmals zu flüchten, was ihr auch immer wieder gelang. Gunter hielt sie auch nicht davon ab, die Tür stand immer offen. Meist kehrt sie noch am gleichen Tag wieder zurück, etwa mit Einkäufen oder sonstigen Mitbringseln. Die Familie wirkte recht glücklich!

Doch eines Tages wurde Gunter wieder schlecht und er musste mit Entsetzen feststellen, dass sein Sohn Wurmsack (5) einen Migrationshintergrund hatte und außerdem damit begann Mäusekot zu sammeln. Gunter selbst war Deutscher aber bereits im frühen Kindesalter mit seinen Eltern nach Rumänien geflohen. Das machte seinen Sohn unvermeidlich zu einem Ausländer, was Gunter missbilligte. “Schleich dich, du Ausländersau!”, rief er etwa seinen Söhnen zu. Seine Frau stimmte ihm energisch zu: “Ihr scheiß Nazischweine, schert euch doch zum Teufel!” Es dauerte nicht lange, bis sich auch Gunter und Stöhne in die Haare kriegten. “Scheiß deutscher Arier-Arsch!”, waren Stöhne’s letzte Worte, bevor sie ihre gesamte Familie deportieren ließ.

Die Froschkönige sitzen jetzt in Schubhaft auf der Krim. Stöhne heiratete erneut einen Deutschen namens Horst Laut, erdrosselte ihn jedoch wegen Ausländerfeindlichkeit wenig später im Schlaf. Die gemeinsame Tochter Stöhne Zwei wurde deportiert, während Stöhne Laut ihre Tage im Gefängnis verbringt, aber auch hat.

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