Rapp-Erich Girls

Rapp-Erich Girls ist ein österreichischer Aktionskünstler. Geboren 1980, seine Eltern, Hubert Girls und Monika Girls (geborene Schweissfuss) waren große Fans des österreichischen Entertainers Peter Rapp und entschieden sich daher dafür, ihm den den zu diesem Zeitpunkt ungewöhnlichen Vornamen Rapp-Erich zu geben. Aus politischen Gründen lebt er seit 2004 im Exil im amerikanischen Heat Lair, New Jersey.

Sein neues Programm “Rapp-Erich Girls: Name ist Programm” ist bemerkenswert und sorgt bereits seit August 2015 für ausgebuchte Venues. Kommenden Mai wird der revolutionäre “Sack”, wie er sich selbst gerne bezeichnet, in der Wiener Stadthalle erwartet. Es ist damit zu rechnen, dass die Tickets sehr bald ausverkauft sein werden. Um Ihnen, werte Leserschaft, einen Einblick in Girls’ Epos zu verschaffen, sind wir vom autofellatiosaurus-Team zur letzten Vorstellung nach London geflogen.

Einleitend werden von Girls persönlich alle Zuseher nach deren Einkommen und finanziellen Rücklagen gefragt. Man muss dabei sämtliche Daten genau angeben, um eine genaue Zuordnung der Angaben zu ermöglichen. Widersetzt man sich dem Aufruf, wird man durch eine in großen Zahlen anwesende Schlägertruppe gewaltsam aus dem Saal entfernt. Die Reihen lichten sich in dieser Phase meist ein wenig, wodurch man sich entweder auf seinem Platz etwas ausbreiten oder sich weiter nach vorne setzen kann. Es lohnt sich im Übrigen wirklich, sich das Spektakel aus nächster Nähe anzusehen.

Die nächste Phase ist der Anfang der eigentlichen Show. Es werden die fünf wohlhabendsten Frauen unter 18 Jahren auf die Bühne gebeten, um sich direkt zu Girls auf ein geräumiges Ledersofa zu gesellen.

Die eigentliche Show ist uns leider nicht erinnerlich. Wir sind einige Straßen weiter in einem Müllcontainer erwacht, windelweich geprügelt, und konnten uns nur mehr an furchtbare Schreie der Mädchen und animalische Laute  eines Mannes erinnern, womöglich Girls. Wir waren nicht die einzigen, die Erinnerungsschwierigkeiten hatten, etwa zwei Drittel der zu dem Zeitpunkt noch anwesenden Zuseher machten eine ähnliche Erfahrung.  Die übrigen Besucher strömten sichtlich zufrieden nach fünfeinhalb Stunden Vorstellung aus der Veranstaltungshalle.

Wir gingen mit Verdacht auf akuten Alzheimer geschlossen in die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses, wo wir wegen erhöhten Opiumwerten für dreieinhalb Jahre verknackt wurden. Im Gefängnis gab es jeden dritten Mittwoch Orangensaft und kleine Bohnen, was einigen missfiel, einigen anderen nicht. Auf uns wurde oftmals mit Messern eingestochen, was uns in die Notaufnahme führte, wo wegen erhöhten Opiumwerten unsere Verknackung um weitere acht Jahre verlängert wurde. Das ging dann etwa 47 Jahre so dahin, bis wir schließlich unseren Opiumkonsum reduzierten. Ein Jammer, dass wir auf diese Idee nicht früher gekommen sind, wobei so eine Verknäckerung doch auch eine Erfahrung ist, die man in Retrospektive nicht missen möchte. Darin sind wir uns jedenfalls einig.

Es freut mich jedenfalls, endlich wieder für Sie, werte Leserschaft, schreiben zu können! Ich denke das kann ich im Namen des gesamten Teams hier behaupten.

Guten Flug und anschließend alte Suppe,

Ihr omnomnia

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