Liebe aber auch Scheiße

Es ist schon eine eigene Kunst, wirtschaftlichen Handel mit einem Dreijährigen zu betreiben. Das wichtigste in so einer Situation ist, dass beide Parteien mit dem Ergebnis zufrieden sind und sich niemald hintergangen fühlt. Aber was ist es nun, das man einem Dreijährigen bieten kann, oder viel wichtiger, was kann einem der Dreijährige bieten? Da muss man natürlich zuerst einmal sagen: Liebe. Wenn einen so ein Dreijähriger als Vaterfigur sieht; das ist schon etwas ganz besonderes. Andererseits aber auch Scheiße; er kann einem auch Scheiße bieten. In rauen Mengen, mehrmals täglich! Da muss man dann abwiegen, was einem wichtig ist im Leben. Liebe, Scheiße, beides?

Dr. Eberhart Grenzdebil-Trostpreis hat sich für die zweite Variante entschieden und überlegt nun eifrig, was er denn als Gegenleistung für Unmengen an Scheiße bieten kann. Er braucht die Scheiße – so denkt er – für die Feuerzeug-Sparte seines Unternehmens, deren Chefmanager er ist. Er war bereit Milliardenbeträge locker zu machen als Gegenleistung für den Dreijährigen. Aber er ist ja nicht dumm, der Mann hat schließlich nicht umsonst acht Jahre seines Lebens dem Wirtschaftsstudium gewidmet. Er hat noch den einen oder anderen Bestechungsversuch im Ärmel und hat ohnehin vor, den Dreijährigen ordentlich über’s Ohr zu hauen. Die Milliarden sollen erst gar nicht gezückt werden.

Theodor Achtern-Geröllheimer kommt total unvorbereitet in die Verhandlung. Er hat überhaupt keine Ahnung, was da auf ihn zukommt. Wie denn auch, er ist ja erst drei. Er fühlt sich grundsätzlich gut, auch weil er heute erstmals ohne Windel raus darf. Es ist nur eine Probephase, aber wenn er sich gut anstellt, muss er vielleicht nie wieder eine Windel tragen. Gute Aussichten, Theodor freut sich!

“Ah, Herr Achtern-Geröllheimer. Mein Name ist Gändel Huren-Bock, ich bin heute Ihr Mediator. Ich heiße Sie herzlich willkommen zu unserer Verhandlung. Doktor Grenzdebil-Trostpreis ist bereits anwesend. Darf ich Ihnen ein Glas Scotch anbieten, Herr Achtern-Geröllheimer?”, quäkt hastig der Mediator.

“Nein. Ich nehme Milch, danke. Hallo Doktor Grenzdebil.”, beginnt der Infant das Gespräch.

“Es ist mir eine Ehre, Sie in Person kennen zu lernen, Herr Achtern-Geröllheimer. Aber bitte, nennen Sie mich doch Ebbi.”, so der Doktor. Er will sich gleich zu Beginn ordentlich einschleimen.

“Ja gut, Doktor Ebbi. Ich habe eben ein Ei gelegt.”, gibt der Kleine zu verstehen und verbreitet rasch beißenden Gestank im Verhandlungsraum. Der Mediator Huren-Bock muss sich lautstark übergeben. Ebbi kommt erst nicht dahinter, was es mit dem Ei auf sich hat. Erst als der Kleine zu weinen beginnt und darum bittet, die Hose zu wechseln, wird ihm der Ernst der Lage klar.

“Das ist meine Chance!”, denkt er bei sich, “Genau das will ich! Gib mir alle deine Scheiße, leg mir noch mehr Eier, du kleine Sau du!”.

“Mediator, wechseln Sie Herrn Achtern-Geröllheimer die Hose und hauen Sie dann ab. Sie sind ja widerlich.”, befiehlt Ebbi.

“Ja, Mediator, Sie Huren-Bock. Wechseln Sie mir die Hose und wo bleibt eigentlich meine Milch?”, gibt der Balg weinend zu verstehen. Der Mediator macht sich daran, die Sauerei zu beseitigen und übergibt sich noch mehrmals. Man kann deutlich den Thunfischsalat erkennen, den er zu Mittag gegessen haben muss.

“Ich will gleich zur Sache kommen, Herr Achtern-Geröllheimer. Ich will Ihre Scheiße. Alles davon. Ihre gesamte Produktion will ich Ihnen abkaufen und ich weiß auch schon genau, was ich Ihnen dafür bieten kann.”, eröffnet Ebbi die Verhandlung. “Ich habe hier neben mir die drei feinsten Nutten, die Sie im Land finden können. Solange Sie mir Scheiße liefern, sind diese drei Edeldamen Ihre persönlichen Sexsklaven.”

“Ich will aber nicht. Ich muss jetzt Lulu, Sie entschuldigen mich.”, erwidert Achtern-Geröllheimer und lässt laufen.

“Verdammt, ich wusste es, dass er mir seinen Urin auch noch andrehen will.”, regt sich Ebbi im Stillen auf und sagt laut und den Tränen nahe: “Die Verhandlung ist vertagt! Sie verlangen Unmögliches von mir! Tyrann! Mediator, wo sind sie denn? Ich brauche Sie als Fahrer, bringen Sie die Nutten zurück!” Er stürmt  aus dem Verhandlungsraum, völlig außer sich.

“Alleine!”, schreit Theodor entzückt. “Alleine den Doktor Ebbi zur Sau gemacht!” Er kann den nächsten Verhandlungstermin kaum erwarten…

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