Karpfenkapazunder – ein Text zum Nachdenken

“Sklaven verdienen keine Karpfen!”, schrie er, der Despot. “Wo sind wir denn, dem Himmel so nah, dass wir dem Erdenreich uns entwinden und der Sklavenschar den Karpfen feilbieten?”, fragte er, der Tyrann.

Und da saß, ganz eingedenk seines Sinnentaumels, der Schalk und betrachtete sein Spiegelbild in der Feile. “Man könnte ja auch einfach eine alte Raspel sein, ganz ohne Karpfen. Nur allein.”, sprach er, ganz leise, so dass man es kaum hören konnte.

“Und dann?! Mitnichten sollen wir uns im Raspelsein ergießen. Das entbehrt doch aller Menschenwürde. Und überhaupt, so halte er doch sein Schandmaul!”, entfuhr es dem Geißelmeister und er schlug den Schalk kaputt.

Zack! Bumm! Rumms! Da war er schon entzwei. Aus, vorbei.

Und er war zufrieden, der Zwingherr, hatte er es ihm doch gezeigt, dem Schalk, wer da der Karpfenkapazunder war.

Advertisements

Professional circus clown turned Liberal Arts major and anarchist.

Posted in Deutsch, Short Stories

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: